Bürgersolaranlage Oberboihingen

  • Wanted!
  • Vorgeschichte
  • Dach-Panne
  • Ende vom Lied
  • Kontakt
Wanted! --> Dach-Panne

Die Sache mit der Dachstatik...

Anfang Februar 2005
Frank Bunz, der Geschäftsführer der GbR, erweist sich als Glücksfall. Als Bauingenieur kennt er sich hervorragend mit Ausschreibungen aus, und arbeitet sich durch sämtliche Details. Und so fallen ihm 2 entscheidenden Dinge auf:
  1. Die Aussage, dass die Dachträger in der Lage sind ein bestimmtes Gewicht zu tragen sagt noch nichts darüber aus ob die eigentliche Dachfläche das Gewicht ebenfalls tragen kann.
  2. Im "Kleingedruckten" der Versicherungsgesellschaft findet sich die Forderung nach einer wesentlich höheren Windfestigkeit der Anlage als in der Ausschreibungsvorlage der EnBW - was deutlich mehr "Haltegewichte" erfordern würde.
Auf Grund dessen wird die Dachstatik des Hallendachs nochmals einer genaueren Überprüfung unterzogen.
Mitte März 2005
Das mit den erhöhten Windlastforderungen seitens der Versicherung hat sich erledigt. Laut Aussage der EnBW wird sich die Versicherung an den DIN-Forderungen orientieren (auf diesen basiert die Ausschreibung).
Gewisse Zweifel gibt es aber immer noch bezüglich der Aussage, dass die Dachoberfläche zusätzliche 120 kg/qm tragen kann. Der Statiker geht davon aus, dass, wenn der Träger entsprechend dimensioniert worden ist, auch das eigentliche Dach entsprechendes tragen kann - andernfalls mache diese (Über-)Dimensionierung des Trägers keinen Sinn.
Ende März 2005
Ein zweiter Statiker wird hinzugezogen. Bei einem erneuten Ortstermin fällt diesem auf, dass sich auf dem Dach eine relativ große Wasserlache mit mindestens 5 cm Tiefe befindet. Dies läßt ihm keine Ruhe, und so wird die Halle auch von innen inspiziert. Dabei fällt dann auf, dass der Träger, der sich unterhalb dieser Pfütze befindet, anders dimensioniert ist (nicht so hoch und dafür breiter - ein herablassbarer Trennvorhang ist an ihm motiert).
Außerdem fällt auf, dass das Hallendach nicht das Aussehen eines typischen Trapezblechdaches hat (wie in den damaligen Ausschreibungsunterlagen enthalten).
Anfang April 2005
Nachdem die vorliegenden Planungsunterlagen offensichtlich nicht mit der Realität übereinstimmen wird fieberhaft nach verläßlichen Unterlagen gesucht. Schließlich stellt sich folgendes heraus:
  1. Das Dach hat nicht nur zweierlei unterschiedlich dimensionierte Dachträger (wie beim Ortstermin festgestellt) sondern dreierlei. Leider wurden für die Berechnung der maximalen Dachlast die Daten des tragfähigsten Trägers verwendet.
  2. Die Dachträger wurden nicht (wie ausgeschrieben) vor Ort geschalt und gegossen, sondern von einer Fertigteilfirma hergestellt und geliefert. Vermutlich auf Grund eigener statischer Berechnungen hat diese Firma wohl festgestellt, dass die Träger teilweise überdimensioniert sind und (sicher aus Kostengründen) eine entsprechende Reduzierung vorgenommen.
  3. Die für das Trapezblechdach zuständige Firma ist ebenfalls von den Planungsvorgaben abgewichen. So sind keine 12 m lange Dachelemente verwendet worden, sondern nur 6 m lange (was sich ebenfalls negativ auf die Statik auswirkt). Darüber hinaus sind von dieser Dachkonstruktion keinerle Unterlagen mehr aufzufinden, die eine zuverlässige Berechnung der Stabilität ermöglichen würden.
Außerdem wurde in den Abrechnungsunterlagen der letzten Dachsanierung ein Hinweis gefunden, dass keine Hartschaumisolierung sondern Fasermatten aufgebracht worden sind. (Dies würde auch den relativ "weichen" Eindruck erklären, den das Dach beim Begehen macht.)
_/ _/ _/ _/ _/
< Vorgeschichte
Ende vom Lied >
^ Seitenanfang ^